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Das Erlebnis “Wachsen und Gedeihen”
Woher kommt die Faszination Kleingarten und das Bedürfnis sich als Kleingärtner zu betätigen? Es ist ein Phänomen, das schon seit Ewigkeiten existiert: Das Erlebnis etwas zu (Er)Schaffen berührt uns Menschen auf eine besondere Art und Weise. Dabei geht es bestimmt nicht darum, die besseren Tomaten als der Nachbar zu haben oder schönere Gurken als die anderen Gartenfreunde ernten zu können. Es ist die Bewunderung, Leben bei seiner Entstehung mitzuerleben. Etwas dick aufgetragen? Ich glaube nicht!
Alles beginnt mit einem Korn in meiner Hand. Dieses Korn, oder auch dieser Samen, sieht zunächst nach gar nichts aus. Und vor mir? Da liegt ein Stück dunkelbraune Erde, das eher trist als beflügelnd wirkt. Über mir? Dunkle Wolken, die keine Sonnenstrahlen durchlassen wollen. Um mich herum? Ein kalter Wind, der zusammen mit 8° C , sagt: “Das Frühjahr kommt heuer später”. Das ist eine Momentaufnahme aus dem Monat April, in dem man mit der Aussaht erster Pflanzen beginnt.
Der erste Funke entzückt
Bereits ein paar Tage später klettern die Temperaturen zum ersten Mal im Jahr auf über 15 Grad, die Sonne scheint und meine Familie und ich denken: “Das ist ein Tag, um mal wieder in den Garten zu fahren.” Gesagt, getan und losgefahren. Im Garten angekommen mache ich die erste schöne Entdeckung in meinem Kleingärtnerjahr. Die Erde ist nicht mehr nur braun! Sie hat grüne Flecken bekommen. Diese “Flecken” sind die ersten Booten der Lebensentstehung. Ich erkundige mich über die Wetteraussichten für die nächste Zeit und lege für mich selbst fest: Die Zeit des Bodenfrost ist vorbei! Das Aussähen der weniger wetterfesten Pflanzen kann also ebenfalls erfolgen. Voller Vorfreude macht sich die Familie am nächsten Tag auf in das Gartencenter und versorgt sich mit Tomatenpflänzchen, Rote Beete Samen und einigen anderen Saatkörnern. Beim Einsetzen der Körner macht sich die Vorfreude breit, schon bald die ersten Keimlinge aus dem Boden sprießen zu sehen. Dieser erste sichtbare Funke von Leben ist es, der einen schon in Entzückung versetzt.
Das Zusehen beim Wachsen beeindruckt
“Alles neu macht der Mai” heißt ein altes Sprichwort. Nun weiß ich auch warum! Der Mai ist der Monat in dem der Garten endgültig zu neuem Leben erwacht. Aus dem ersten Funken entwickelt sich ein ganzes Feuerwerk. Aus Keimlingen werden Pflänzchen. Knospen entwickeln sich in kurzer Zeit zu Blüten. Das Leben erwacht aus seinem tiefen Winterschlaf zu neuem Leben. An keinem anderen Ort kann ich diese Ereignisse so intensiv wahrnehmen wie in unserem Garten. Vor allem betrachtet man Selbstgemachtes immer genauer als alles Andere. Neben den immer größer werdenden Anbau-Pflanzen entsteht eine Blütenpracht, die eine Augenweide für jeden Betrachter ist. Mehrmals pro Woche verspüre ich den Drang nach der Arbeit nochmal in unseren Garten zu fahren, um dem Leben beim leben zuzusehen
Dann kommt der Sommer…
Woche für Woche verändern sich nun Klima, Tag-und-Nacht-Spiel und dazu das Aussehen des Gartens. Der Sommer galoppiert daher und macht aus bunt schön langsam grün. Aus Blüten werden Früchte. Und Früchte ernten macht mir so richtig Spaß. Meinem Sohn, denke ich, sogar noch mehr! Erdbeeren pflücken und genießen, Johannisbeeren ernten und zu leckerer Marmelade verarbeiten und schließlich werden auch die Himbeeren reif. Die Nächte werden kürzer und vor allem wärmer. Kartoffeln, Zucchini und Bohnen wachsen prächtig und warten nur darauf, in die Pfanne oder auf den Grill zu kommen. Es ist die Zeit der Wochenenden in der Natur. Das Gefühl Abends nicht mehr ins Auto steigen zu müssen, um nach Hause zu fahren, sondern eine laue Sommernacht im Garten zu verbringen ist großartig. Die Grillsaison ist da! Egal ob Rind, Schwein, Huhn oder Fisch, zusammen mit den selbst geernteten Zutaten aus den Beeten (Rosmarin, Salbei, Oregano oder Thymian) schmeckt alles sehr sehr gut. Meine Frau macht Salate aus lauter richtigen Bio-Zutaten, die wir in den letzten Wochen beim Wachsen beobachten konnten (Rucola, Tomaten, Zwiebeln, Karotten, usw.). Es ist jetzt Sommer und die Gartenzeit auf ihrem Höhepunkt. Das ist so, als ob man jedes Wochenende in den Urlaub fährt!
Es wartet auf uns: Der goldene Herbst…
Grüße von Eurem Gartenfreund Manuel
P.S. Ich freue mich schon auf unser nächstes Gartenfest…
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